Röthenbach St./W. (ts)– Bereits zum dritten Male stand bei der Jugendgruppe der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr am 29./30.10.11 eine 24h-Übung auf dem Programm. Die zehn jugendlichen Mitglieder waren dabei einen ganzen Tag und eine ganze Nacht gefordert. 

Wobei handelt es sich dabei eigentlich genau? Diese Frage ist schnell beantwortet. Bei einer 24-Stunden-Übung zieht die Jugendfeuerwehr für einen Tag ins Feuerwehrhaus ein und bildet den Alltag einer Berufsfeuerwehr nach. So werden vom Organisationsteam, gebildet aus Führungskräften und Feuerwehrleuten der aktiven Wehr, praktische und theoretische Fortbildungen gehalten, es wird zusammen gegessen und selbstverständlich haben die Jugendlichen auch Zeit sich in der Freizeit und beim Dienstsport noch besser kennen zu lernen und den Teamgeist zu stärken. Durchbrochen wird der geregelte Tagesablauf durch Übungseinsätze.

Um 8 Uhr Samstagmorgens ging es für die Jugendlichen los. Nach einer kurzen Begrüßung durch den 1. Kommandanten Gerhard Vater und das Organisationsteam mussten die Jugendlichen die Fahrzeuge gründlich durchchecken. Nach Herstellen der Einsatzbereitschaft folgte eine kurze Frühstückspause, um dann gestärkt und voller Elan die erste Fortbildung durchzuführen. 

Thema war Retten aus Höhen und Tiefen, hier mussten die Jugendlichen ihr Können in der Gauchsbachschlucht unter Beweis stellen. Die Jugendfeuerwehrler zeigten sich beim Abseilen durchaus talentiert, sodass sie nach circa zwei Stunden in die wohl verdiente Mittagspause entlassen wurden. Diese erfuhr jedoch eine jähe Unterbrechung: Einsatz! Eine hilflose Person musste über die Drehleiter aus einem Haus gerettet werden. Ruckzuck war die Person gefunden, fachmännisch auf die Trage geschnallt und über die Drehleiter nach unten befördert worden. Der erste Einsatz war erfolgreich gemeistert und so konnte endlich zusammen gegessen werden. 

Anschließend wurde das Wissen in Bezug auf die technische Hilfeleistung aufgefrischt und mit neuen interessanten Fakten erweitert. Dann stand das Thema Leitern auf dem Dienstplan. Aufgabe der Jugendlichen war es, eine Leiterkonstruktion zu bauen, mit der man eine Person aus einer Zisterne, wie man sie am Feuerwehrhof findet, retten kann. 

Ein weiteres, wichtiges Kompetenzgebiet der Feuerwehr stellt die Erste Hilfe dar. Deshalb bekam die Jugendfeuerwehr Besuch von den Maltesern, welche bereits die letzten zwei Jahre eine Fortbildung auf der 24-Stunden-Übung gehalten haben. Dieses Mal lag der Schwerpunkt auf der richtigen Behandlung von Wunden. 

Ziel der ganzen Übung sollte es aber nicht nur sein feuerwehrtechnisches Wissen und Erste Hilfe zu vermitteln, sondern auch, den Teamgeist zu festigen, sodass der nächste Punkt der Tagesordnung Dienstsport umfasste. Man fuhr gemeinsam in die Schwarzachhalle und spielte eine Runde Völkerball. 

Leider blieb für die Verlierermannschaft keine Zeit für eine Revanche, denn nach Ende des ersten Spiels kam auch schon wieder ein Alarm rein: Person in Kanalschleuse gefallen. Eine Person war an der Schleuse in der Ortsmitte ins Wasser gestürzt und trieb bewusstlos im Wasser. Eine außergewöhnliche Situation, aber mit Hilfe des Bootes und in Kooperation mit den Maltesern konnte die Person rasch gerettet werden. 

Nach dem gemeinsamen Abendessen war dann um 23 Uhr endlich Nachtruhe angesagt. Um 5:30 Uhr Sonntagmorgen wurden die Jugendfeuerwehrler allerdings unsanft aus ihrem Schlafquartier gerissen – Einsatz! Diesmal ein Brand, Röthenbach, In der Lach, genaue Adresse unbekannt. Trotz der noch etwas verschlafenen Einsatzkräfte konnte der Brand schnell lokalisiert und die Löschmaßnahmen zügig eingeleitet werden. 

Nach Beendigung des letzten Einsatzes gab es Frühstück und die Feuerwehrautos wurden für die nächste Schicht noch einmal kontrolliert und einsatzklar gemacht. Nach 24 Stunden Feuerwehr pur, zogen die Jugendlichen und das Organisationsteam Bilanz. Allen hatte es sehr viel Spaß gemacht, Übung und Einsatz kamen gleichermaßen zum Zug, neue Kenntnisse wurden vermittelt, alte aufgefrischt, die Kameradschaft unter den Jugendlichen kam auch nicht zu kurz. Es waren sehr kurzweilige 24h. Alle freuen sich schon auf die 24h-Übung im nächsten Jahr!

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