Röthenbach/St. W. – Als sich der Löschzug der örtlichen Feuerwehr dem vermeintlichen Brandobjekt näherte, hörte man schon laute Stimmen aus dem ersten Stock um Hilfe rufen und simulierten Rauch aus den Fenster quellen. Sofort hatten die zwei Dutzend angerückten Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun: Menschenrettung mittels drei mit schwerem Atemschutz ausgerüsteter Angriffstrupps, sofortige Vornahme mehrerer Strahlrohre aus dem Tanklöschfahrzeug zur Brandbekämpfung und Eigensicherung der innenangreifenden Trupps, Aufbau einer Erstversorgung für die evakuierten Brandopfer durch Ersthelfer, Ausleuchtung der Einsatzstelle durch Powermoons der neuen auf einem Anhänger verlasteten Beleuchtungseinheit.

Nur das frenetische Hilferufen der sechs als Brandopfer perfekt geschminkten Jugendlichen aus dem Obergeschoss hatte keiner der Hilfskräfte so richtig auf dem Plan – es war doch „nur“ eine Übung, oder? Das verzweifelte Kreischen der Youngster schien kein Ende zu nehmen. Da hatten die Mitglieder der Pfadfindergruppe unter der Leitung von Melanie Sommer und Bastian Schröppel volle Arbeit bei der Vorbereitung geleistet: noch realitätsnaher geht es bestimmt nicht mehr! Aus dem leerstehenden alten Pfarrhaus gerettet, nahm sich sogleich Rettungsassistent Marcel Rudat der Röthenbacher Feuerwehr den jugendlichen Opfern an. An dem schwer zugänglichen Objekt in Röthenbachs Ortsmitte neben der Wolfgangskirche zahlte sich wieder einmal die gute alte Steckleiter aus, mit der man schnell in den ersten Stock vordrang. Zur Belüftung des rauchverqualmten Gebäudes nutzte man das Belüftungsaggregat. Die Löschwasserversorgung war schnell durch das vorhandene Hydrantennetz sichergestellt worden.

Obgleich solch einen Einsatz die Röthenbacher Ortswehr im Ernstfall nie alleine meistern müsste, wie Kommandant Gerhard Vater erläuterte bei der Manöverkritik im Hinblick auf die vielen praktisch gleichzeitig und sofort auszuführenden lebensrettenden Aufgaben des eingesetzten Personals, kam ihr doch der sehr hohe Ausbildungsstand entgegen: neben einer mehrfachen Besetzung aller vorhandenen Leitungsfunktionen, Atemschutzgeräte und Pumpen, befinden sich noch drei ausgebildete Rettungssanitäter bzw. -assistenten in ihren Reihen. Dass jeder einmal ran muss, unterstrich die Tatsache, dass Kommandant Vater im Innenangriff eingesetzt wurde und der Löschzug von Robert Braun geführt wurde. Theodor Bärnreuther vom Kirchenvorstand bedankte sich bei der Wehr für ihre Einsatzbereitschaft. Das Objekt habe man gerne zur Verfügung gestellt, denn es sei wichtig, üben zu können. Für Einsätze ist man in Röthenbach bestens gerüstet.

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