Die Geschichte der Feuerwehr

14. Januar 1877: Im Gasthaus "Zur Post" wurde die Gründung der freiwilligen Feuerwehr Röthenbach bei Sankt Wolfgang von 17 Männern angedacht. 

Auszug aus dem Protokoll: 

  1.  der Districktsrath Jobst Raum 
  2.  der verheiratete Steinbrecher Michael Gebhardt 
  3.  der verheiratete Steinbrecher Peter Dürr 
  4.  der verheiratete Steinbrecher Andreas Neußer 
  5.  der verheiratete Steinbrecher Lorenz Grötsch 
  6.  der verheiratete Steinbrecher Johann Gebhardt 
  7.  der ledige Konrad Schäfer 
  8.  der ledige Wilhelm Doffin 
  9.  der Drechslermeister Leonhard Feierabend 
  10.  der Bäckersohn Michael Pflaum 
  11.  der Drechslergeselle Georg Mohr 
  12.  der Drechslergeselle Martin Dauses 
  13.  der Steinbrecher Johann Fürst 
  14.  der Schmiedemeister Joachim Knorr 
  15.  Stephan Feierabend 
  16.  Andreas Ottmann 
  17.  Heinrich Haas 

sämtliche von Röthenbach b. St. W. und erklären, dass sie einstimmig gesonnen sind eine Freiwillige Feuerwehr dahier bilden zu wollen welches hiermit durch Unterschrift bestätige.

18. Januar 1877: Im Gasthaus "Zur Post" findet die mit 40 Mann besuchte Gründungsversammlung statt.
Es werden gewählt:

  • Kommandant & Vorstand: Distriktsrath Jobst Raum
  • Spritzenmeister: Joachim Knorr
  • Zeugwart: Stephan Feierabend
  • Kassier: Leonhard Feierabend
  • Rottenführer: Michael Gebhardt, Lorenz Grötsch, Wilhelm Doffin
  • Vereinsdiener: Andreas Neußert

26. Mai 1877: Erste Einladung zu einer Generalversammlung 

03. Juni 1877: Erste Generalversammlung. Die Anschaffung einer Vereinsfahne wird beschlossen.

18. August 1877: Generalversammlung mit Bekanntgabe des Termins für die Fahnenweihe (09. September 1877)

25. Mai 1878: Lieferung der ersten Hand-, Saug- und Druckpumpe 

26. September 1891: Anschaffung des ersten Vereinsbildes

1892: Festrede zum 15-jährigem Jubiläum: 

Am 14. Januar 1877 hat sich in hiesiger Gemeinde durch besondere Verdienste des früheren hier wohnhaften Gastwirts und Distrikrates Jobst Raum auch mehrerer hiesiger Bürger eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Bei der Wahl am 18. Januar zählte der Verein 17 Mann und wurde Jobst Raum als Vorstand und Comandant gewählt.

Am 14. Januar 1886 wurde meine Wenigkeit als Vorstand, welche Charge ich noch heute inne habe, Heinrich Haas wieder als Comandant, am 16. Dezember 1888 Michael Gebhardt und am 03. Januar 1892 Johann Kübler als Comandant gewählt.

Die freiwillige Feuerwehr besteht am heutigen Tage aus 32 aktiven und 10 passiven Mitgliedern, dieselbe besitzt an Geräten und Ausrüstungen:

1 Saug- und Druckspritze, 1 Druckspritze, 1 fahrbaren Schlauch, Haspel 250 mtr. Hanfschläuche, 1 Anstelleiter mit, 1 ohne Stützstangen, 2 Einstieg- und 2 Dachleitern, 27 neue Tuchuniformen mit Helmen und 8 Steigerausrüstungen.

An dem heutigen Jubiläumstage wollen wir vor allem den hohen Staatsbehörden, der hiesigen Gemeindeverwaltung und den Privaten, welche der Freiwilligen Feuerwehr Unterstützung zur Förderung des Feuerlöschwesens zukommen ließen den pflichtschuldigen dank darbringen. Die Gemeinde Röthenbach hat der heisigen Feuerwehr teils durch Ankauf von Löschgeräten und Schläuchen, teils durch Bewilligung von Zuschüssen aus der Gemeindekasse, groß Opfer gebracht.

Von der k. Regierung von Mittelfranken, durch Vermittlung des Herrn Regierungsrates Weihs erhielten wir im Laufe der Jahre 485, aus Distriktsmitteln 220, von Frhr. von Welser 115, von Frfr. von Welser 86 Mark.

Ebenso von der Münchner Aachener Mobiliarsversicherung 220 Mark, von Erhard Neußert in Nürnberg 30 Mark, von Frhr. von Kreß und v. Faber je 50 Mark, welche letzten Sommer zum Ankauf von Löschgeräten und den neuen Tuchuniformen verwendet wurden.

Der kgl. Regierung, Herrn Regierungsrat Weihs, Herr Bürgermeister Doffin, der Gemeindeverwaltung, sowie allen Privaten, welche Behörden und Corporationen des Fortbestehen der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr durch Zuwendung von so bedeutender Geldunterstützung sicherten, sei damit der innigste Dank ausgesprochen.

Die Feuerwehrvereine, welche aus dem Schoße der Bürgerschaft entsprossen sind, ziehen ihre Kreise immer weiter und tiefer hinein in die Mitte des Volkes. Unsere Zeit erfordert auch ernste Männer. Dieser Lebenszweck soll den jungen Leuten in Feuerwehrkreisen entsprechend anerzogen werden, denn hier soll sich alles an- und ineinander fügen, hier befiehlt niemand, bis er gehorchen gelernt hat, hier steigt keiner ohne Wahl über den anderen auf, hier unterordnet sich alles einem bestimmten Zweck.

In allen Gauen unseres bayerischen Vaterlandes bestehen Freiwillige Feuerwehren, ja in ganz Europa steht unser Vaterland Bayern mit seinen beinahe 400000 Mann zählenden Feuerwehrmännern in Betreff des Löschwesens und dessen Ausbildung an der Spitze.

Übernommen vom original Redekonzept des Vorstandes der Freiwilligen Feuerwehr im Jahr des 15-jährigen Jubiläums, Herrn Rückert.

15. Juni 1902: 25 Jähriges Gründungsfest 

1927: 50 Jähriges Gründungsfest 

1928: Anschaffung der ersten Motorpumpe der Fa. Paul Ludwig

1944: Zuteilung einer weiteren Motorpumpe der Fa. Magirus 

30. Januar 1949: Bei der Generalversammlung wurde ein neuer Anfang gemacht

1952: Die Wehr feiert Ihren 75. Geburtstag

1954: Neubau des neuen Gerätehauses in der Kanalstraße

1960: Beschaffung einer luftgekühlten Tragkraftspritzenpumpe TS 8 mit Anhänger. Damals ein großer Fortschritt.

1963: Anschaffung des ersten Kraftfahrzeuges. Es wurde ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF auf Basis eines "Ford Transit" mit TS 8 und Löschgruppenausstattung gekauft.

1967: Es folgte ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 (Das 1963 angeschaffte TSF reichte nicht mehr aus!) mit Vorbaupumpe und eingeschobener TS 8 auf einem "Opel Blitz", mit Löschgruppenausrüstung und Sitzplätzen für die neunköpfige Gruppe.

1968: Die vorhandene Ausrüstung wird durch eine Anhängeleiter AL 12 mit 12 Metern Länge ergänzt.

15. Juni 1974: Die Originalgetreu nach der Gründungsfahne von 1877 hergestellte Fahne wurde im Rahmen einer kleinen Feier geweiht. 

Mai 1976: Beginn der Bauarbeiten zum Feuerwehrgerätehaus in der Feuchter Straße

1977: Es wird ein Tanklöschfahrzeug der Fa. Magirus TLF 16/25 angeschafft und die Schlagkraft der Wehr entscheidend gestärkt. 

1987: Von der Gemeinde Wendelstein wird ein vielseitig verwendbares Mehrzweckfahrzeug (VW Bus) beschafft.

25. Oktober 1988: Mit der Übergabge des neu angeschafften Wimpels an die Jugendgruppe zeigt die Wehr ihre Verbundenheit mit jungen Menschen.

1988: Kreisbrandinspektor Zeller wird von Landrat Hutzelmann in den Ruhestand verabschiedet. Man ernennt ihn zum Ehrenkreisbrandinspektor.

1990: Zum ersten mal in der Geschichte der Wehr nimmt eine Frau mit Erfolg an einer Leistungsprüfung teil.

21. Mai 1990: Die Gemeinde Wendelstein beschafft ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8 auf Fahrgestell MAN-VW. Das alte Fahrzeug geht an die FF Memleben-Wendelstein.

05.08.1995: Die Feuerwehr veranstaltet das erste Kanalfest unter dem Motto "Kanal in Flammen" und wird mit einem nicht erwarteten Besucheransturm überrascht.

14.05.2001: Beim Amtsgericht in Schwabach wurde der "neue" Verein "Freiwillige Feuerwehr Röthenbach bei Sankt Wolfgang e. V." unter der Nummer VR566 in das Vereinsregister aufgenommen. Die notwendigen Beschlüsse und Satzungsänderungen dazu wurden in den vorhergehenden Mitgliederversammlungen beschlossen.

2002: Die Freiwillige Feuerwehr Röthenbach bei St. Wolfgang begeht die Festlichkeiten anlässlich des 125-jährigen Jubiläums. 

2003: Anschaffung eines neuen Aluminium-Bootes sowie eines Rettungssatzes, bestehend aus Spreizer und Schere, seitens des Vereins.