Großschwarzenlohe – Ein Brand in der Lüftungsanlage des „Kauflands“ mit entsprechender Feuer- und Rauchentwicklung auch innerhalb der großen Verkaufshallen – so lautete die angenommene Unglücksursache als Ausgangslage für die großangelegte Einsatzübung des Brandmeisterbezirks Schwanstetten-Wendelstein am gleichnamigen Einkaufszentrum, an der unter Beteiligung von Unterstützungskräften des Katastrophenschutzes im Landkreis Roth elf Feuerwehren mit 30 Einsatzfahrzeugen und 230 Feuerwehrleuten teilnahmen.

Vorbereitet von der zuständigen Ortswehr mit Kommandant Hannes Weidmann in Zusammenarbeit mit Kreisbrandmeister Christian Mederer wurde für die Einsatzübung bei der Firma Kaufland  angenommen, daß sich zu Betriebszeiten ein Brand in der Lüftungsanlage entwickelt hatte, der sich als Feuer mit Rauchentwicklung auch auf die Verkaufshalle ausgebreitet hatte und dabei mehrere „Kunden“ – von Statisten gespielt – noch als vermisst galten. Als nächstgelegene Wehr erreichte nach der offiziellen Alarmierung die Großschwarzenloher Ortswehr mit ihrem Löschzug den Einsatzort und begann nach der Erkundung mit der Vermisstensuche.

Nach und nach erreichten auch die Feuerwehren aus Schwand und Leerstetten sowie aus Kleinschwarzenlohe und Röthenbach St.Wolfgang sowie die Stützpunktwehr Wendelstein mit ihren Lösch- und Spezialfahrzeugen den „Unglücksort“ und wurden in einem Bereitstellungsraum auf insgesamt fünf Einsatzschwerpunkte eingeteilt mit den Aufgaben der Personensuche und entsprechendem Außen- oder Innenlöschangriff auf die angenommenen gefährdeten Bereiche im Brandobjekt und auf dem Dach des Anwesens. Die Einsatzkräfte aus Schwand und Leerstetten wurden dabei von der Feuerwehr aus Kornburg beim Löschangriff erfolgreich unterstützt.

Löschwasserförderung vom Dorfweiher und der Schwarzach

Oblag den größeren Ortswehren die Personensuche und -rettung sowie der Löschangriff am „Brandobjekt“ direkt, so sicherten die kleineren Feuerwehren aus Sorg, Sperberslohe, Neuses und Raubersried sehr effektiv die ebenso wichtige Löschwasserförderung über zwei Förderstrecken mit mehreren Pumpen zum Druckausgleich. Das Wasser musste dabei von der Schwarzach am südlichen Ortsrand von Großschwarzenlohe und vom Dorfweiher beim örtlichen Feuerwehrhaus über einige Höhenmeter bis zum Einsatzort beim „Kaufland“ ohne Druckverlust gefördert werden. Diese Wehren bildeten damit das Rückgrat der Löschwasserversorgung für die Einsatzübung.

Die Koordination zwischen den Einsatzführern der fünf Einsatzabschnitte und der zwei Förderstrecken und die Auswertung des Einsatzes übernahm die Landkreis-Fachgruppe der „Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung“ (UG-ÖEL), die dafür mit ihrem mobilen „Büro“ zum Einsatzort gekommen war. Nach zwei Stunden konnte für den angenommenen Brand „Feuer aus“ gemeldet werden und sowohl der Großschwarzenloher Kommandant Hannes Weidmann als „Planer“ der Übung wie auch Kreisbrandmeister Christian Mederer zeigten sich danach von der guten Zusammenarbeit der Wehren über die Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinweg beeindruckt.

Kreisbrandinspektor Erhard Schneider betonte wie seine Vorredner bei der Manöverkritik, daß die Einsatzübung den beteiligten Führungskräften wichtige Erkenntnisse gebracht habe, um im Ernstfall die erfolgreiche Zusammenarbeit der Feuerwehren mehrerer Orte zu garantieren. Im Namen von Kreisbrandrat Werner Löchl dankte er allen Anwesenden an der Übung, insgesamt 230 Feuerwehrfrauen und -männer und Jugendliche, für deren Bereitschaft, sich auch an einem Sonntagmorgen im Rahmen dieser Einsatzübung für die Allgemeinheit einzusetzen. Diesem Lob schlossen sich gern auch die beiden Bürgermeister Robert Pfann und Werner Langhans an, bevor es im Feuerwehrhaus Großschwarzenlohe abschließend für alle Teilnehmer eine Brotzeit gab.

Text: Jörg Ruthrof

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