Bereit für den Ernstfall

Bei klirrender Kälte verwandelt sich der Ludwig-Donau-Main-Kanal, der quer durch Röthenbach verläuft, in eine bezaubernde Winterlandschaft. Das Leben spielt sich dann auf dem Eis ab; ob es die ganz Jungen sind, die erste Versuche auf Schlittschuhen wagen oder die Älteren, die sich beim Eisstockschießen treffen. Doch die Eisfläche birgt auch Gefahren, auf die die Feuerwehr vorbereitet ist. Zum Jahresanfang bot sich die Gelegenheit wieder einmal eine Eisrettungsübung durchzuführen. Dem spontanen Ruf zur Übung folgten 24 Kameradinnen und Kameraden. Aufgeteilt in Gruppen wurden zwei Stationen absolviert. An der Praxis-Station wurden verschiedene Techniken erprobt, wie mit den örtlichen Mitteln eine Eisrettung umgesetzt werden kann. Wichtig ist hierbei vor allem die Eigensicherung und die Lastverteilung auf dem Eis. An der zweiten Station stand die medizinische Erstversorgung im Mittelpunkt. Bei Eisunfällen besteht Lebensgefahr. Die richtige Versorgung, beispielsweise wenn der Rettungsdienst noch nicht vor Ort ist, ist daher entscheidend. Zum Abschluss der Übung pflegten wir unsere Kameradschaft bei Leberkäs-Weggli und Tiramisu.

Die Bedeutung solcher Übungen bewies sich bereits einen Tag zuvor. Auf dem Eis zwischen den Schleusen 61 und 62 war eine Person gestürzt und hatte sich hierbei augenscheinlich schwer verletzt. An den Randbereichen war das Eis spiegelglatt, so dass der Rettungsdienst die Feuerwehr zur Unterstützung anforderte. Wir lagerten die Person auf unser Spineboard und schufen mit der Steckleiter eine schiefe Ebene, über die wir die Person auf den Treidelweg retten konnten.

Die Feuerwehr bittet darum, auf dem Eis keine Risiken einzugehen. Wenn das Eis zu dünn ist, sich Risse bilden oder Wasser schwallweise Austritt, dann soll der Kanal nicht betreten werden. Auch als Ersthelferin und Ersthelfer ist es wichtig, sich nicht selbst zu gefährden, sondern den Notruf 112 zu wählen.

 

Weil Mut guttut und Gutes tut

Die Freiwillige Feuerwehr Röthenbach bei Sankt Wolfgang ist eine von nur fünf Pilotfeuerwehren in ganz Bayern, die an einem landesweiten Förderprojekt zur Mitgliedergewinnung teilnimmt. Seit Ende vergangenen Jahres arbeiten wir daran, das Ehrenamt Feuerwehr moderner, sichtbarer und nahbarer zu machen – und das mit beachtlichem Erfolg.

Gefördert wird das Projekt durch die Deutsche Stiftung Engagement und Ehrenamt. Initiiert und begleitet vom Landesfeuerwehrverband Bayern, soll die Vielfalt in den bayerischen Feuerwehren gestärkt und neue Wege in der Mitgliederwerbung beschritten werden. In Röthenbach stand für uns schnell fest: wir wollen mehr Kontakt zu den Menschen im Ort. Mit viel Energie, Herzblut und guten Ideen erarbeiteten wir in der Mannschaft in mehreren intensiven Workshops gemeinsam, wie das gelingen kann.

Früh im Projekt holten wir uns mit der Nürnberger Kommunikationsagentur klok professionelle Unterstützung. Gemeinsam entstand ein modernes Erscheinungsbild mit neuem Logo, einem frischen Design und dem gewollt doppelsinnigen Slogan „Weil Mut Gut(es) tut“. Agenturinhaberin Patricia Staudacher-Sauer beschreibt die Zusammenarbeit als bereichernd und spannend – die Diskussion war geprägt durch das moderne Technikumfeld, vielfältige soziale Themen und echtem Engagement vor Ort. „Da tut Mut wirklich Gutes“, sagt sie.

Mit neuen Aktionen für Groß und Klein wollen wir die Präsenz im Ort weiter stärken. Ein bei uns bald ausleihbares Kindergeburtstagsset soll das Feuerwehr-Thema spielerisch zu den Jüngsten bringen. Das Set beinhaltet Equipment für vier Spiele, bei denen Einsatzfahrten imitiert, Brände gelöscht und Kuscheltiere gerettet werden. Zudem gibt es Material zum Basteln eines kleinen Blaulichts, das die Kinder am Ende mit nach Hause nehmen dürfen.

Auch die erste Fackelwanderung für Familien am 24. Oktober kam hervorragend an – die Karten zum Selbstkostenpreis waren binnen weniger Tage ausverkauft. Rund 35 Eltern mit Kindern zogen in zwei Gruppen mit Fackeln durch den Altort, hörten spannende Geschichten aus dem Feuerwehrleben von damals und heute und ließen den Abend bei Heißgetränken und kleinen Mitmachaktionen ausklingen. „Zwischendrin blieb viel Zeit für gute Gespräche über unsere Arbeit, unser Ehrenamt und was wir daran so lieben. Das hatten wir in dieser Intensität bisher selten!“, freut sich unsere Projektleiterin Tina Buker.

Auch neue Werbematerialien sollen helfen, Hemmschwellen abzubauen. „Viele glauben, man müsse schon alles können, bevor man bei uns mitmacht – das stimmt überhaupt nicht“, betont unser Kommandant Gerhard Vater. Jeder Dritte in der Röthenbacher Feuerwehr ist sogar erst als Erwachsener dazugestoßen!

Der Landesfeuerwehrverband Bayern begleitet die Pilotfeuerwehren mit fachlicher Beratung und organisatorischer Unterstützung. Vorsitzender Johann Eitzenberger fand motivierende Worte für uns: „Die FF Röthenbach bei St. Wolfgang hat schon jetzt zahlreiche tolle Ideen umgesetzt, wie neue und vielfältigere Zielgruppen für die Feuerwehr begeistert werden können. Herzlichen Dank an alle Kameradinnen und Kameraden für euer riesiges Engagement! Als eine von fünf Projektfeuerwehren im Landkreis Roth seid ihr Vorbild für ganz Bayern!“.

Am 21. November 2025 laden wir zum Schnuppertag für unsere neue Startergruppe um 18:30 Uhr in unser Feuerwehrhaus in der Feuchter Str. 4 ein. Interessierte können das Ehrenamt Feuerwehr unverbindlich kennenlernen und sich selbst darin ausprobieren – ganz ohne Vorkenntnisse, aber mit echten Einblicken.

Herzliche Einladung zum Tag der offenen Tür 2025

Am 14. September 2025 stehen die Tore der Freiwilligen Feuerwehr Röthenbach bei Sankt Wolfgang wieder für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger offen.

Von 13 bis ca. 17 Uhr können am Feuerwehrhof die Feuerwehrausrüstung und das Feuerwehrhaus besichtigt werden. Auch den Kleinen wird es natürlich nicht langweilig werden!

Für das leibliche Wohl ist ebenfalls bestens gesorgt. Neben Kaffee und Kuchen gibt es lecker Gegrilltes und erfrischende Getränke.

Auf Ihr Kommen freuen sich die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Röthenbach St./W.

Spannende Übung in Einfamilienhaus

Der Einsatz von Atemschutzgeräteträgern gehört zu den komplexesten und gefährlichsten Szenarien, mit denen sich Feuerwehrleute konfrontiert sehen. Daher ist es von außerordentlicher Bedeutung die Abläufe immer wieder zu trainieren, um handlungssicher zu sein. Im Juli konnten wir unter realistischen Bedingungen in einem Einfamilienhaus üben, das abgerissen werden soll.

Von der Übungsleitung wurde ein Kellerbrand simuliert. Das Untergeschoss des Gebäudes wurde mithilfe einer Nebelmaschine in Rauchschwanden gehüllt, so dass man kaum noch die Hand vor Augen sah. Stroboskop-Lichter stellten das Feuer da. Die Übungspuppe der Röthenbacher Feuerwehr wurde ebenfalls in einem der Kellerräume versteckt. Direkt nach der Erkundung von Zug- und Gruppenführer gingen Atemschutzgeräteträger zur Menschenrettung ins Gebäude vor. Auf ihrer Arbeit lag der Schwerpunkt der Übung. Bei Nullsicht ist es sehr schwierig sich in einer fremden Umgebung zu orientieren und die verschiedenen Kellerräume nach der vermissten Person abzusuchen. Als Hilfsmittel steht uns hier eine Wärmebildkamera zur Verfügung. Die weiteren Trupps, die diese nicht mitnehmen können, müssen sich ganz auf ihren Tastsinn verlassen. Hinzukommt, dass jeweils ein Strahlrohr zur Brandbekämpfung mitgeführt wird. Der mit reichlich Wasser gefüllte Schlauch muss in der Dunkelheit um Ecken und Kanten geführt werden, so dass der Trupp einiges zu tun hat. Vor der Haustür halfen Kameraden den Schlauch nachzuführen – eine wichtige Aufgabe. Im Teamwork der sechs eingesetzten Atemschutzgeräteträger wurde die Übungspuppe mit einem Tragetuch gerettet. Parallel zum Atemschutzeinsatz im Keller musste die restliche Mannschaft unterschiedlichste Aufgaben von der Verkehrsabsicherung über den Aufbau der Wasserversorgung bis hin zum Herrichten einer Verletztensammelstelle erledigen.

Einsatzübung in Wohngebäuden können wir leider nur selten durchführen. Daher sind wir den Eigentümern sehr dankbar, dass sie uns so unkompliziert ihr Haus zur Verfügung gestellt haben. Die Platzverhältnisse an und in Wohnhäusern, die Möglichkeit einen gefüllten Schlauch mitzunehmen und das künstliche Verrauchen helfen uns ein gutes Übungsergebnis zu erzielen. Sollten Sie auch ein solches Objekt in Röthenbach besitzen, freuen wir uns, wenn Sie sich bei einem unserer Kommandanten melden.

Auch sehr erfreulich war, dass dies die erste Übung eines neuen Mitglieds war. Zusammen mit einem Gruppeführer konnte er die verschiedenen Aufgabenbereiche des Einsatzes verfolgen und bekam erklärt, was vor sich ging. Wir freuen uns sehr über den neuen Kameraden!

 

„Vier Saugschläuche!“

Dieser Ruf hallte in den letzten beiden Wochen ein paar Mal über den Feuerwehrhof, denn wir übten für die Leistungsprüfung. Am 17. Mai war es dann endlich soweit: 10 Röthenbacher Feuerwehrler, darunter drei Damen, stellten sich der Prüfung.

Geübt und geprüft wurde die Variante III der Leistungsprüfung Wasser, bei der ein Innenangriff im Erdgeschoss simuliert wird. Trainiert wurden somit Handgriffe, die im Ernstfall sitzen müssen. Der Wassertrupp fungiert, nachdem er die die Wasserversorgung zum Löschfahrzeug hergestellt hat, als Sicherheitstrupp. Sobald er sich am Verteiler einsatzbereit meldet, kann der Angrifftrupp ins simulierte Brandobjekt eindringen und seinen Einsatzauftrag ausführen. Der Schlauchtrupp kümmert sich derweil um die Verkehrsabsicherung und nimmt schließlich ein drittes Rohr im Außenangriff vor. Der Melder unterstützt den Gruppenführer und kümmert sich um die Atemschutzüberwachung. Hierfür hat die Gruppe zirka vier Minuten benötigt.

Im Anschluss kommt das berühmte Saugschläuche-Kuppeln, dass beim Üben am meisten Spaß gemacht hat, sowie der große Auftritt der Maschinistin bei der Trockensaugprobe. Auch wenn der Prüfungstag ein paar Überraschungen parat hatte, haben die Handgriffe gesessen. Das freute auch besonders Tilo Bergmann, der die Ausbildung übernommen hatte. Die Schiedsrichter Thomas Meyer (FF Kleinschwarzenlohe) und Hannes Weidmann (FF Großschwarzenlohe) sowie KBM Stephan Ebeling und Röthenbachs Kommandanten Gerhard Vater, die beide die Zeit im Auge hatte, bescheinigten eine tolle Leistung. Auch Wendelsteins zweiter Bürgermeister Willibald Milde, KBR Christian Mederer und KBI Egbert Petz sparten nicht mit Lob und Ermutigung das Ehrenamt weiterhin so engagiert auszuüben. Auch Bürgermeister Werner Langhans schaute kurz vorbei und fungierte dabei sogar noch als Taxi, damit die Mutter eines Teilnehmers noch dabei sein konnte. Wie in Röthenbach üblich unterstützten zahlreiche Familienangehörige sowie aktive und ehemalige Feuerwehrleute die Prüflinge durch ihren Support. Vorsitzender Tobias Buker und das grandiose Vesper-Team sorgten dafür, dass niemand hungrig nach Hause musste.

Zur bestandenen Leistungsprüfung gratulieren wir: Lea Kastl, Michael Falk, Daniel Schrepfer, Christian und Maximilian Schummer (alle Stufe 1), Sabine Ebersberger, Jonas Vater (Stufe 2), Tina Buker, René Dietrich (Stufe 3) und Tobias Otte (Stufe 4).

 

Pfarrer gerettet

Als das Löschgruppenfahrzeug vor der St. Wolfgangskirche stoppte, quoll Rauch aus den Fenstern des Kirchturms. Der Pfarrer wurde im Inneren des 557 Jahre alten Gotteshauses vermisst. So lautete das Szenario, welches sich die Gruppenführer Stefan Förtsch und Bastian Schröppel für die erste Einsatzübung des Jahres ausgedacht hatten.

Sogleich machten sich drei Trupps unter Atemschutz auf, unseren Pfarrer zu retten. Für sie ging es über Treppen, Stiegen und Leitern hinauf in den Glockenturm der Dorfkirche. Beim Aufstieg konnten sie das eindrucksvolle Gebälk des jahrhundertealten Bauwerks bewundern. Der Weg nach oben bot aber nicht nur interessante Einblicke in die Architektur, sondern forderte die Feuerwehrmänner auch körperlich. An der ein oder anderen Engstelle galt es mit dem Pressluftatmer geschickt vorbeizumanövrieren; ebenso musste ausreichend Schlauchmaterial sowie Gerät zur Personensuche und -rettung über die steilen Passagen nach oben gebracht werden. Wahrscheinlich war nicht nur der Pfarrer froh am Ende wieder vor dem Kirchenportal zu stehen.

Während der Personenrettung durch die Atemschutzgeräteträger blieben die weiteren Feuerwehrleute natürlich nicht untätig. Sie sorgten für die Verkehrsabsicherung, bauten eine Wasserversorgung und einen Patientensammelplatz auf, belüfteten das Gebäude und simulierten einen Löschangriff.

Selbstverständlich hoffen wir, dass wir niemals zu einem Ernstfall in unsere schöne Dorfkirche ausrücken müssen – die bei der Übung aufgefrischte Ortskenntnis kann dann aber entscheidend für den Einsatzerfolg sein.

Herzlichen Dank an Pfarrer Klemens Lehnemann und den Kirchenvorstand, die die Übung möglich machten!

 

Das nächste Ziel erreicht

Für 17 Feuerwehrleute aus sieben Feuerwehren endete im Februar Grundausbildung. Mit Bestehen der Prüfung des Lehrgangs Modulare Truppausbildung Teil II können sie sich nun Truppführerin oder Truppführer nennen und haben das nächste Ziel ihrer Feuerwehrlaufbahn erreicht.

Dem Lob der Ausbilder, angeführt von Schwanstettens Kommandanten Emanuel Weithmann, schlossen sich auch die Vertreter der Kreisbrandinspektion, KBI Petz und KBM Kratzer, sowie Wendelsteins Dritter Bürgermeister Dr. Jörg Ruthrof an. Sie sahen sich einem lernfreudigen Lehrgang gegenüber, der bei der Prüfung eine sehr gute Leistung zeigte. Zum Abschluss stellten sich die Teilnehmenden einer schriftlichen Prüfung sowie zwei praktischen Übungen, die als Gruppe bzw. als Trupp zu absolvieren waren. Hierbei lag der Fokus auf dem eigenständigen Arbeiten und dem Übernehmen von Verantwortung.

Ein Schlüssel zum Erfolg des Lehrgangs war vielleicht die gute Durchmischung. Bei den 8 Frauen und 9 Männern, die in 7 Feuerwehren aus 3 Kommunen ihren Dienst tun, waren auch alle Altersklassen vertreten. Das Ergebnis war ein harmonischer und erfolgreicher Lehrgang, dessen Fokus auf dem praktischen Arbeiten lag. Beübt wurden die drei großen Themengebiete der Feuerwehr: Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung und der Einsatz mit gefährlichen Stoffen. Der Lehrgang fand, wie schon in den letzten Jahren, an den Standorten Leerstetten und Röthenbach b. St. W. statt. Die Feuerwehren Groß- und Kleinschwarzenlohe, Röthenbach b. St. W., Schwanstetten, Thalmässing und Wendelstein übernahmen Ausbildungseinheiten.

Wir freuen uns besonderes vier Röthenbachern zum Bestehen zu gratulieren: Lea Kastl, Manfred Hensel, Daniel Schrepfer und Max Wießner!

 

Gelungener Start ins Feuerwehrleben – 27 Feuerwehrleute starten in ihre Feuerwehrkarriere

Im September und Oktober durfte die Feuerwehr Röthenbach – zusammen mit der Feuerwehr Schwanstetten – wieder Gastgeber der Modularen Truppausbildung (MTA) Teil 1 sein. Zwölf Frauen und 15 Männer legten den Grundstein ihrer Feuerwehrlaufbahn.

Zwei Aspekte stechen bei Betrachtung des Lehrgangs besonders ins Auge. Zum einen bestand der Lehrgang fast zur Hälfte aus Damen, was beweist, dass das Ehrenamt bei der Feuerwehr keine reine Männerdomäne mehr ist. Zum anderen kamen die Feuerwehrleute nicht nur aus den Wehren des hiesigen Brandbezirks Wendelstein / Schwanstetten, sondern auch aus zwei Nachbarkommunen. Hier zeigt sich die kameradschaftliche Unterstützung der Feuerwehren untereinander. An acht Abenden im Röthenbacher Feuerwehrhaus und zwei Samstagen auf dem Leerstetter Übungshof erhielten die Frauen und Männer ihr Rüstzeug, um zukünftig an Einsätzen teilnehmen zu können. Das vermittelte Wissen reichte von feurigen Experimenten bis zum praktischen Training zur Personenrettung bei Verkehrsunfällen. Am Prüfungstag konnten die Organisatoren Emanuel Weithmann (Kommandant Schwanstetten) und Tilo Bergmann (Stv. Kommandant Röthenbach b. St. W.) auf einen erfolgreichen Lehrgang mit engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern zurückblicken. Große Anerkennung sprach nicht nur Schwanstettens Bürgermeister Robert Pfann, der auch seinen Wendelsteiner Amtskollegen vertrat, den Anwesenden aus, sondern auch die Vertreter der Feuerwehr-Landkreisführung um Kreisbrandinspektor Egbert Petz und den Kreisbrandmeistern Stephan Ebeling und Hermann Kratzer. Die Teilnehmenden, die aus den Wehren Allersberg, Kleinschwarzenlohe, Neuses, Raubersried, Rednitzhembach, Röthenbach b. St. W., Schwanstetten und Wendelstein kamen, sind aber noch nicht vollends fertig mit ihrer Ausbildung. Im Februar startet der zweite Teil der Modularen Truppausbildung, der die Grundausbildung beendet. Auch für diesen Abschnitt düfen wir wieder in die Gastgeberrolle schlüpfen. Danach können Lehrgänge besucht werden, die Spezialwissen vermitteln. Denn auch das Feuerwehrleben besteht aus einem ständigen Lernen und Weiterbilden.

Röthenbachs Kommandant Gerhard Vater freute sich über vier Teilnehmende aus seiner Wehr. Wir gratulieren Lea Kastl, Manfred Hensel, Daniel Schrepfer und Max Wießner, die mit großem Engagement dabei waren.

 

Teamwork über (Landkreis-) Grenzen hinweg

Einer herausfordernden Lage sahen sich die Übenden Ende September gegenüber. Es wurde ein Brand in der Kegelbahn des Röthenbacher Sportheims angenommen. Das Treppenhaus war verraucht und auf dem Balkon der Wirtswohnung riefen Menschen um Hilfe. Da Personen im Bereich der Kegelbahn vermisst waren, begaben sich direkt vier Atemschutzgeräteträger zur Menschenrettung und Brandbekämpfung ins Gebäude. Ein weiterer Atemschutztrupp positionierte sich am Verteiler und fungierte als Sicherungstrupp. Diese Kameraden kommen zum Einsatz, wenn die Feuerwehrleute im Gebäude selbst ein Problem haben. Damit in einem solchen Fall schnelle und vor allem zielführende Entscheidungen getroffen werden, behalten Gruppenführer, gekennzeichnet mit blauer Weste, und Atemschutzüberwachung, gekennzeichnet mit weißer Weste mit Schachbrett, die Lage im Blick. Parallel richtete die Besatzung des Mannschaftstransportwagens eine Verletztensammelstelle her. Auch wurde eine Wasserversorgung für das Löschfahrzeug aufgebaut und die Belüftung des Gebäudes mittels Elektrolüfter vorbereitet. In den Kellerräumen mussten sich die Trupps im Innenangriff ganz auf ihren Tastsinn verlassen, denn durch die Übungsnebel herrschte „Null-Sicht“. Für die Rettung der Personen vom Balkon unterstützten uns die Kameraden der Feuerwehr Schwarzenbruck, die mit ihrer Drehleiter angerückt waren. So konnte auch diese Familie zurück auf sicheren Boden gebracht werden.

Die teilnehmenden Feuerwehrleute waren sich einig, dass Übungen mit der Feuerwehr Schwarzenbruck wiederholt werden sollen. Dass eine Zusammenarbeit an der Einsatzstelle jederzeit passieren kann, bewies ein Einsatz nur wenige Stunden vor der Übung, bei dem die Feuerwehr Schwarzenbruck und Röthenbach gemeinsam nach Feucht alarmiert wurden. Die Verantwortlichen der Röthenbacher Feuerwehr sprachen einen herzlichen Dank an die Feuerwehrleute aus dem Nürnberger Land aus, die unsere Übung mit ihrer Drehleiter bereicherten.

Ein besonderer Dank geht an die Verantwortlichen des TSV Röthenbach und der Wolfgangs Stube, die ihr Domizil für die Übung zur Verfügung stellten. Wir sind sehr dankbar, dass wir unter realistischen Umständen üben durften und unsere Ortskenntnis auffrischen konnten. Aus diesen Übungen können wir wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft ziehen.

 

Beschafft, beübt, bewährt

Die durch Spenden ermöglichte und vom Feuerwehrverein beschaffte elektrische Kettensäge konnte sich im ersten Monat direkt im Einsatz bewähren.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung konnten die Vorstände Tobias Buker und Sebastian Stadick eine akkubetriebene Kettensäge an die Kommandanten Gerhard Vater und Tilo Bergmann übergeben. Sie wurde allerding nicht direkt in den Einsatzdienst übernommen, denn schließlich mussten sich die Kettensägenführerinnen und -führer der Röthenbacher Feuerwehr erst mit dem neuen Arbeitsmittel vertraut machen. Horst Nerreter, der in den Reihen der Feuerwehr die größte Expertise im Bereich von Kettensägen aufweist, übernahm diese Aufgabe und schulte an zwei Terminen seine Kameradinnen und Kameraden. Bei den Übungen konnte man die Säge, ihre Funktionen und ihr Handling kennenlernen. Die schnelle Einsatzbereitschaft der Säge, die einfache Bedienung und – vor allem bei der Personenrettung relevant – die geringe Lautstärke überzeugten sofort. Die Feuerwehrleute prüften aber auch den Akku kritisch auf dessen Leistungsfähigkeit. Wie lange hält er? Wie viel Kraft hat die Säge? Hierbei stellte man zufrieden fest, dass die Säge aufgrund des leistungsstarken Akkus ihrem durch einen Verbrenner-Motor angetriebenen Pendant in nichts nachstand und der Ladestand des Akkus für Feuerwehrzwecke bei weitem ausreichend ist. Als Redundanz wird ein zweiter Akku im Löschfahrzeug mitgeführt. In der zweiten Juniwoche konnte die Feuerwehrführung die Säge schließlich für den Einsatzbetrieb freigeben. Lange musste das neue Gerät nicht auf die Bewährung im Ernstfall warten.

In der Nacht vom 27. auf den 28. Juni, als die Besatzungen von LF und MTW dabei waren nach einer Reihe von Unwettereinsätzen infolge eines Starkregenereignisses einzurücken, wies die Leitstelle über Funk eine neue Einsatzstelle zu. Auf der Verbindungsstraße zwischen Röthenbach und Gsteinach war ein Baum über die Straße gestürzt. Sofort war die neue Säge einsatzklar und der Kettensägenführer begann damit die Blockade zu beseitigen. Es stellte sich aber zügig heraus, dass ein weiterer Baum ebenfalls involviert war und beseitigt werden musste. Da beide Bäume in Hanglage standen und schwer erreichbar waren, wurde die Drehleiter aus Wendelstein nachalarmiert. Aus dem Drehleiterkorb heraus setzte der Sägenführer das Akkugerät ein und trug den Baum Stück für Stück ab, bis keine Gefahr mehr bestand. Dies nahm zirka eine Stunde in Anspruch, wobei ein Akkuwechsel nicht nötig war. Nach dem Einsatz bestätigte der Feuerwehrmann den positiven Eindruck, der bereits bei den Übungen gewonnen worden war.

Herzlichen Dank an alle, die durch ihre Spende diese Anschaffung möglich gemacht haben!