Röthenbach bei St. Wolfgang- mit einem Ansturm hatte die örtliche Freiwillige Feuerwehr schon gerechnet, aber mit einem solchen Massenandrang wahrhaftig nicht! Beflügelt durch die idealen Verhältnisse am letzten Samstag mit strahlend blauem Himmel am Tage, Dauerfrost und zapfigen Nachttemperaturen hatte sich – auch durch die sozialen Portale und verdammt viele „Likes“ – rasend schnell herumgesprochen, dass es auf dem Ludwigskanal ein ganz besonderes Erlebnis geben würde. Sogar der Bayrische Rundfunk meldete sich bei der Röthenbacher Feuerwehr und fragte nach: „Sagt mal, was ist denn da bei Euch los?“

Groß und Klein tummelte sich dann bei ‚Fire & Ice‘ auf der von der Feuerwehr unter dem Kommando von Kommandant Gerhard Vater zuvor bei einer Maschinisten-Winterschulung hervorragend per Sprühstrahlauflage präparierten Eisfläche beim Schlittschuhlaufen. Natürlich auch noch nachts, als man mit Flutlicht großflächig ausleuchtete. Alte, in der Mitte durchtrennte Fässer, die zu Feuertöpfen umfunktioniert wurden, spendeten angenehme Wärme und zauberhaften Feuerschein in der schneeweißen Umgebung unter dem Sternenhimmel. Innerlich konnte man sich mit Punsch und Glühwein auf Temperatur halten in der mit -12 Grad eiskalten Nacht.

Als bereits gegen 18 Uhr (das Fest begann erst um 15 Uhr und sollte bis 22 Uhr dauern) die Vorräte an Punsch und Bratwurstbrötchen schnell zur Neige gingen, blies Vorstand Michael Rösler ins Horn und lies seine Vereinsmitglieder schnell ausschwärmen: „Würste und Brötchen – so viel ihr jetzt noch irgendwo kriegen könnt!“. So wurden am Ende die allermeisten der weit mehr als tausend Gäste (gesicherte Annahme ohne dafür „alternative Fakten“ bemühen zu müssen) doch noch satt! Diese schwelgten in Feierlaune: „In Röthenbach, da geht wenigstens etwas zusammen!“, „Macht ihr morgen weiter?“, „Besser als in Davos!“ – nun den Vergleich konnte man nicht wirklich ziehen, sah sich aber bestens im Konzept bestätigt und leider war am nächsten Tag nur Aufräumen angesagt.

Tatsächlich ist ‚Fire & Ice‘ kein einfach durchzuführendes Fest, denn man braucht viele selten gewordene Zutaten und diese auch noch zur gleichen Zeit: dickes Eis auf dem Ludwigskanal, das die Massen sicher trägt, Schnee für das Auge, eisige Temperaturen, damit sich der Glühwein auch verkauft, und schnelle gemeindliche Genehmigungen, denn planbar ist das Fest erst eine knappe Woche im Voraus. Vor fünf Jahren startete man mit ‚Fire & Ice‘ das erste Mal – damals aus dem Stand heraus gleich mit großem Zuspruch und bei -15 Grad, doch die Wiederauflage einige Jahre später floppte: kein Schnee, kein tragendes Eis, lediglich tiefe Temperaturen. Sobald es jedoch wieder die Konstellation Eis-weiß-Frost gibt, wird es auch im nächsten Jahr das beliebte Fest wieder geben, wie die Feuerwehrführung überwältigt vom großen Erfolg noch am Fest den begeisterten Gästen wissen ließ!

Der veranstaltende Verein der Freiwilligen Feuerwehr gab im Vorfeld schon an die vielen Helfer bekannt, dass man den Erlös gut gebrauchen könne, denn er solle für mancherlei Sonderwünsche verwendet werden zur Ausgestaltung des gerade im Bau befindlichen neuen Feuerwehrgerätehauses am angestammten Platz in der Feuchter Straße, z. B. für den Jugendraum. Das alte Gerätehaus wurde erst kürzlich abgerissen, da die Sanierung zu teuer gekommen wäre. Die Bodenplatte für das neue wurde noch vor Weihnachten gegossen. Das nagelneue LF 10, das die Wehr erst vor kurzem dankbar übernommen hatte, leistete erfolgreich seinen ersten Einsatz ab: Feuerwache bei ‚Fire & Ice‘!

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