Sowohl über ideales Festwetter wie auch über die große Zahl an Festgästen konnte sich die Freiwillige Feuerwehr in Röthenbach St.Wolfgang bei der jetzigen Einweihungsfeier für ihre neue „Unterkunft“ freuen: Neben den Ehrengästen aus der Politik waren auch viele Vertreter der Landkreis-Feuerwehrführung und von den Wehren des Brandmeisterbezirks der Einladung gefolgt. Mit der Patenwehr der Gastgeber, der Feuerwehr aus Waging am See, und einer Abordnung der Feuerwehr aus der polnischen Partnergemeinde Zukowo nahmen zudem weitgereiste Gäste an diesem besonderen Ereignis teil.

Während die Röthenbacher Ortswehr vor dem neuen Feuerwehrhaus zur Einweihungsfeier ihre Fahrzeuge und technische Ausstattung präsentierte, fand die Feier in der mit Festgästen vollbesetzten Fahrzeughalle statt. Hier übernahm Bürgermeister Werner Langhans für die Gemeinde die Begrüßung und hieß neben Ehrengästen aus der Politik und von der Landkreis-Feuerwehrführung auch die Abordnungen der Wehren aus dem Brandmeisterbezirk willkommen. Ein besonderer Gruß galt der Patenwehr aus Waging am See und einer Feuerwehrgruppe aus Wendelsteins polnischer Partnergemeinde Zukowo als weitgereisten Gästen.

Nach einem Dank an alle Spender und Förderer bei Neubau und Ausstattung des Feuerwehrhauses, darunter etwa die Fa. Hinterleitner/AFU, wo während der Bauzeit die Einsatzfahrzeuge und weiteren Gerätschaften untergestellt werden konnten, ging er auch auf das Bauprojekt selbst ein: Den Bau würdigte er dabei als „große und langfristige Investition in den Brandschutz für Röthenbach bei St.Wolfgang“ und dankte auch dem Gemeinderat für dessen weitreichenden Beschluss, sich im Herbst 2016 anstatt für die Sanierung des 40 Jahre alten Vorgängerbaus für den Neubau am bisherigen Standort entschieden zu haben.

Vom Baubeginn im Dezember 2016 bis zur „Inbetriebnahme“ verging nur ein Jahr

Der offizielle Baubeginn – nach dem „Umzug“ der Einsatzfahrzeuge und Gerätschaften ins „Ausweichdomizil“ – war im November 2016. Im Dezember 2016 folgte der Spatenstich für den Neubau und das Richtfest fand im Mai 2017 statt. Am 23. Dezember 2017 quasi als „Weihnachtsgeschenk“ für die Ortswehr erfolgte dann die Rückkehr ins neue Gerätehaus am alten Standort. Auf 487 Quadratmeter Nutzfläche verteilt, bietet der funktionale Neubau neben der Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen im Erdgeschoss Umkleiden und Sanitärräume. Im Obergeschoss befinden sich ein Schulungsraum, ein Bereitschaftsraum, das Kommandantenbüro und der Jugendraum.

Wie sehr die aktive Ortswehr auch während der Bauzeit sich für ihr neues Domizil engagiert habe, machten die zahlreichen Treffen und Beratungen mit den Planern und der Gemeinde deutlich, bei denen die örtliche Wehrführung viele Ideen und Vorschläge erfolgreich miteingebracht habe. Durch diese ständige Zusammenarbeit und auch in der späteren Gestaltungsphase nach dem Richtfest mit zahlreichen Spenden und eigenständigem ehrenamtlichen Einsatz haben sich die aktive Wehr und der Röthenbacher Feuerwehrverein in diesem Neubau nicht nur gut ausgestattete Räume geschaffen, sondern auch wieder ihre „Feuerwehr-Heimat“.

Dank an die Feuerwehrführung für gute Zusammenarbeit

Auch Reinhard Graf als Architekt schloss sich dem Dank an die Röthenbacher Feuerwehrführung an: Die Zusammenarbeit sei stets offen und sachlich gewesen und die Planer hatten gemerkt, wie wichtig dieses Gebäude der Feuerwehr war. Die Entscheidung für den Neubau sei angesichts der weitaus teureren Sanierung als Alternative der richtige Schritt gewesen. Ein weiterer Dank galt der Gemeindeverwaltung und dem Bürgermeister, durch deren gute Zusammenarbeit Entscheidungen stets nur „kurze Wege“ erforderten. Der Feuerwehr wünschte er mit der Schlüsselübergabe, stets erfolgreich helfen und arbeiten zu können im neuen Domizil und bei Einsätzen“.

„Wir fühlen uns hier sehr wohl im Neubau am alten Standort“ eröffnete Röthenbachs 1. Kommandant Gerhard Vater sein Grußwort und sah den Neubau als deutliches Zeichen, dass die Gemeinde hinter ihren Ortswehren und deren guter räumlichen wie technischen Ausstattung stehe. Die „Notunterkunft“ in der Bauzeit, für deren Überlassung er ebenfalls nochmals dankte, habe sich als gute Übergangslösung erwiesen, zumal von hier aus im Jahr 2017 auch knapp 25 Alarmfahrten stattfanden. Ein weiterer Dank galt zudem seinem Stellvertreter Michael Rösler, der bis zu 90 % der Treffen und Termine für das Neubauprojekt für die Wehrführung übernommen habe.

Viele Spender und Förderer für die Ausstattung der Räume

Als Vorsitzender des Feuerwehrvereins ging 2.Kommandant Michael Rösler auf die vielen Spender und Förderer im FFW-Verein und aus der Bevölkerung ein, die durch Geld- und Sachspenden viel zur Innenausstattung der Räume beigetragen haben. Eine große Einzelspende habe etwa für die komplette Ausstattung des Jugendraumes gereicht. Durch den Neubau mit Drehung bzw. der Neuausrichtung des Gebäudes am alten Standort konnte – was vielen gar nicht bewusst sei – außerdem hinter dem Gerätehaus eine kleine Parkanlage angelegt werden, was für Röthenbach St.Wolfgang eine gelungene Bereicherung des Ortsbilds sei.

Landrat Herbert Eckstein betonte die Funktion des Landkreises beim Brand- und Katastrophenschutz: Die wichtige ehrenamtliche Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis würdigte er an jüngsten Beispielen wie dem Schulbusbrand bei Thalmässing und dem Brand mehrerer Gebäude in der Spalter Altstadt am Vortag zur jetzigen Einweihungsfeier. Mit den Worten „Als Landrat und im Namen aller Landkreisbürger bin ich dankbar, dass wir so viele ehrenamtlich tätige Feuerwehren in den kleineren Orten, Marktgemeinden und Städten haben und auf deren Einsatzbereitschaft sowie Können und Wissen bauen können“ beschloss er sein Grußwort.

Probleme mit uneinsichtigen „Zeitgenossen“ beklagt

Auch Kreisbrandrat Werner Löchl rief die Brandkatastrophe in Spalt am Vortag in Erinnerung und lobte dabei die gute Ausbildung und Professionalität der Feuerwehren, die hier wie bei anderen Unglücken noch schlimmeres verhindert habe. „Wir brauchen Euch und wir wissen, dass ihr euch bei jedem Einsatz in unbekannte Gefahr begebt und zudem in letzter Zeit immer öfter Probleme mit uneinsichtigen und sensationsgeilen ‚Zeitgenossen‘ habt, die eure Arbeit bewusst stören und behindern. Deshalb wünschte er der Ortswehr „dass alle Aktiven in dieser Feuerwehr stets von den Einsätzen und Übungen gesund ins Feuerwehrhaus zurückkehren.“

Als ehemaliger Kommandant der Feuerwehr in Wendelsteins Partnergemeinde Zukowo überbrachte Zygfryd Pitula Grüße und Glückwünsche der polnischen Feuerwehrkameraden samt Präsent und auch Zukowos 2.Bürgermeister Tomasz Szymkowiak übergab ein Geschenk. Kreisbrandmeister Christian Mederer gratulierte für die Feuerwehren im Brandmeisterbezirk Wendelstein-Schwanstetten mit Übergabe einer Floriansfigur als gemeinsames Geschenk. Ein „großformatiges“ Geschenk hatte die oberbayerische Patenwehr aus Waging am See im Gepäck und verband damit auch die Erinnerung an die 25jährige Freundschaft beider Wehren seit 1993.

„Erfrischende“ Segnung und Baumpflanzung

Die kirchliche Segnung übernahmen gemeinsam Pfarrer Thomas Braun aus Kornburg und Gemeindereferentin Gabriele Zucker. Die Feuerwehren, so Pfarrer Braun in seiner Ansprache, kämen zwar als Hilfsorganisation in der Bibel noch nicht vor, aber das Gleichnis vom barmherzigen Samariter umschreibe überraschend gut die Aufgaben der Wehren als ehrenamtliche Hilfe für den Nächsten und die Gemeinschaft. Die Segnung nahmen beide „feuerwehrgerecht“ mit „Spritzwasser“ vor und baten um den Segen und Schutz für die Arbeit der Feuerwehr in ihrem Domizil bei der Ausbildung wie bei den Einsätzen.

Vor dem offiziellen Ende der Einweihungsfeier stand ein weiterer Punkt mit symbolischer Bedeutung im Festprogramm: Auf einer Grünfläche vor dem neuen Feuerwehrhaus neben der Einfahrt – durch die Gemeinde bei der Neugestaltung des Gesamtgeländes angelegt – hat der Bauhof als Gestaltungsmaßnahme vier Bäume angepflanzt. Mit Cornelia Griesbeck (CSU), Carolin Töllner (Grüne), Thomas Meyer (SPD) und Dr. Jörg Ruthrof (FW) übernahmen die Vertreter der vier Gemeinderatsfraktionen das offizielle „Angiessen“ dieser Bäume, an das sich eine Stärkung auf Einladung der Gemeinde und ein „Tag der offenen Tür“ für die Bevölkerung anschlossen.

 

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