Bereits zum dritten Mal traf sich die Gesamtjugend im Gerätehaus Wendelstein, um bei einer 24-Stunden-Übung den Tag einer Berufsfeuerwehr nachzuerleben. Übungen, Unterrichte und Freizeitbetätigungen wurden daher immer wieder vom Alarmgong unterbrochen.

Nach der Begrüßung und der Einweisung in den Tagesablauf wurden die Anwesenden auf die Fahrzeuge verteilt. In bewährter Weise übernahmen vier Jugendliche die Funktion des Zugführers bzw. der Gruppenführer und somit auch besondere Verantwortung für ihre Mannschaft und das anvertraute Gerät. Nach einer Stärkung in Form von belegten Brötchen begann der erste Ausbildungsblock. Drei Gruppen durchliefen eine Stationsausbildung, in der die Unfallverhütungsvorschriften, Methoden der Ersten Hilfe und verschiedene Rettungs- und Transporttechniken thematisiert wurden. Das Mittagessen stand schon fast auf dem Tisch, als der erste Alarm einging. Der Röthenbacher Mannschaftstransporter (MTW) als Führungsfahrzeug und das Wendelsteiner Löschgruppenfahrzeug 16 (LF16/12) mussten zu einem Grillunfall ausrücken. Vor Ort galt es nicht nur einen durch den Unfall verursachten Flächenbrand zu bekämpfen, sondern auch die Person zu versorgen, die sich an den Armen verbrannt hatte. Sofort konnten die Kids Inhalte aus dem ersten Ausbildungsblock anwenden. Noch während die Einheiten im Einsatz waren, wurde das LF8 der Feuerwehr Kleinschwarzenlohe nach Röthenbach gerufen. Am dortigen Neuen Friedhof hatte ein Auto eine Ölspur verursacht, die schnell abgestreut wurde, denn schließlich warteten auf alle leckere Burger mit Pommes.

Nach dem Mittagessen stand die FwDv3, also der Löschangriff, auf dem Stundenplan. Zum Einen befasste man sich mit dem Aufbau einer Strahlrohrstrecke, ähnlich wie sie bei einer Leistungsprüfung stattfindet, zum Anderen wurde der Löschangriff mit Schaum geübt. Zum Ende des Trainings wurden noch die verschiedenen Schaumarten und ihre Vor- und Nachteile vorgeführt. Kaum war man fertig, folgte ein Einsatz der alle Kräfte band. Mit dem MTW, dem LF16/12 und dem LF8 ging es nach Sperberslohe, denn dort war der Brand einer landwirtschaftlichen Maschine gemeldet und die Flammen waren bereits auf den Acker übergesprungen. Um ein weiteres wasserführendes Fahrzeug zur Verfügung zu haben, kam auch das Röthenbacher Tanklöschfahrzeug an die Einsatzstelle, so dass parallel zur Wasserentnahme aus dem Hembach auch ein Pendelverkehr eingerichtet werden konnte.

Nachdem man am Wendelsteiner Feuerwehrhaus die Fahrzeuge wieder einsatzklar gemacht hatte, konnten sich alle der leckeren Lasagne widmen, die das Feldküchen-Team als Abendessen vorbereitet hatte.

Danach genossen die Kids ihre Freizeit und spielten Spiele, bei denen auch der ein oder andere Betreuer mitmischte. Das war allerdings gegen halb zehn Uhr vorbei, als eine Verpuffung in der Kläranlage in Kleinschwarzenlohe gemeldet wurde, zu der die Übungsleitstelle den MTW, das LF16/12 und die beiden LF8 aus Kleinschwarzenlohe und Wendelstein disponiert hatte. In der Kläranlage galt es eine Vielzahl von Aufgaben zu erledigen. Drei Personen wurden im Gebäude vermisst und mussten von einem Atemschutztrupp gerettet und im Verlauf durch die Jugendlichen betreut werden. Auch ein Gastank und die Nebengebäude mussten gekühlt werden, damit sich das Feuer nicht ausbreiten konnte. Um genug Wasser an der Einsatzstelle zu haben, mussten ein entfernt gelegener Hydrant angezapft und auch eine Pumpe an der Schwarzach in Stellung gebracht werden. Da es natürlich schon dunkel war, war es besonders wichtig, die Örtlichkeit gut auszuleuchten. Sehr konzentriert und sorgfältig gingen die Jugendlichen dabei ans Werk, so dass auch diese Übung ein Erfolg war. Zurück an der Wache musste allerdings erst einmal wieder die Einsatzbereitschaft hergestellt werden. Zur vorgerückten Stunde ging es für die meisten dann recht schnell Richtung Bett.

Ausschlafen konnte man aber nicht. Um Punkt fünf Uhr weckte der Alarmgong alle und rief die Besatzung des LF16/12 zu einem Verkehrsunfall. Ein wohl betrunkener Autofahrer hatte einen Radler angefahren. Die Gruppenführerin forderte zur Unterstützung auch alle anderen Jugendlichen nach, so dass man sich nicht nur um die verletzte Person, sondern auch um die Ausleuchtung, Absperrung und Betreuung weiterer Beteiligter kümmern konnte. Zurück an der Wache blieben noch zwei Stunden Schlaf, die sich keiner nehmen ließ.

Nach dem Wecken um 7:30 Uhr hatten erst wenige den Schlafsack verlassen, als drei Fahrzeuge, darunter die Drehleiter, zur Mittelschule ausrücken mussten. Dort hatte die Brandmeldeanlage ausgelöst. Schnell war aber klar, dass es sich um einen Fehlalarm gehandelt hatte. Im Anschluss konnte man aus dem Korb der Drehleiter noch einen Blick auf Wendelstein werfen, bevor es nach dem Frühstück ans große Aufräumen und Reinemachen ging. Müde aber glücklich traten alle Jugendlichen mit ihren Betreuern den Heimweg an.

Herzlichen Dank an alle Organisatoren, die FF Wendelstein, das Feldküchen-Team und die guten Geister im Hintergrund!

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