Wie bei allen Jugendfeuerwehren im Land endete auch für die Röthenbacher Jugendgruppe infolge der Corona-Pandemie der Übungsbetrieb im März abrupt. Doch gar nichts mehr zu machen, dass war den Jugendwarten schnell klar, konnte nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Also verlegte man die Aktivitäten in das Digitale und startete eine kleine Übungsreihe an PC und Smartphone.

Eine Freiwillige Feuerwehr gehört zur sogenannten kritischen Infrastruktur. Sie muss auch in einer Krise einwandfrei funktionieren. Daher wurden durch die Kommandanten verschiedene Maßnahmen veranlasst, um die Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten. Eine dieser Maßnahmen war die Einstellung des Übungsbetriebes, um zu verhindern, dass sich Einsatzkräfte gegenseitig anstecken. Hiervon war auch die Jugendgruppe betroffen, denn auch die beiden Jugendwarte sind Teil der Einsatzmannschaft, außerdem wird im Feuerwehrhaus und mit Einsatzmaterial geübt. Das war zwar schade für die Jugendfeuerwehr, aber jeder zeigte auch großes Verständnis für die Notwendigkeit der Maßnahme. Als die Jugendlichen sich für das Ehrenamt in der Feuerwehr entschieden, haben sie damit gleichzeitig eine Freizeitbeschäftigung gewählt, in der es besonders auf Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein ankommt.

Nichtsdestotrotz wollten die Jugendwarte keine allzu große Lücke ohne Feuerwehr entstehen lassen und begannen zu diskutieren, was man digital vermitteln und wie eine abwechslungsreiche Umsetzung aussehen könnte. Das Ergebnis war eine Reihe von kleinen digitalen Übungen.

Technik ausprobieren – wie geht das?

Zwar hatten die Betreuer durch das berufliche Umfeld und die Jugendlichen durch die neue Gestaltung des Unterrichts schon Erfahrungswerte mit diversen Videokonferenz-Programmen gesammelt, doch war noch nicht klar, welches sich besonders gut für die Übungen eignen würde. Daher wurde beim ersten digitalen Treffen ausprobiert. So konnte man sich auch ein Bild machen, wie es um die Medienkompetenz in der Gruppe bestellt war und welche Technik genutzt werden konnte. Schlussendlich fiel die Wahl auf Zoom.

Gefahren an der Einsatzstelle

Bei der zweiten Übung wurde es gefährlich. Eine Einsatzstelle birgt so einige Herausforderungen und Fallstricke für Feuerwehrleute, die es zu erkennen gilt. Hierzu kann man die sogenannte Gefahrenmatrix heranziehen. An verschiedenen Fallbeispielen – begonnen mit Bildern verschiedener Jugendübungen bis hin zu Fotos realer Einsätze in Röthenbach – galt es Gefahren zu erkennen und zu benennen. Da kam auch bei Situationen, die auf den ersten Blick simpel wirkten, einiges zusammen.

Digitales Funkspiel ohne Digitalfunk

Eine Woche später wagten wir uns an die besondere Funksprache der Feuerwehr heran. Damit ein Funkgespräch gelingen kann, sind besondere Regeln und Signalwörter nötig. Spielerisch näherten wir uns diesen an. Ein Teilnehmer bekam ein Bild zugeschickt, woraufhin die anderen via „Funk“ erfragten, wie es aussah, um es dann selbst nachzumalen. Die jeweiligen Ergebnisse wurden am Ende in die Chatgruppe geschickt. Hier zeigte sich, dass Kommunikation auch nicht immer einfach ist und man sich gut überlegen muss, wie man auch einfache Zeichnungen verständlich und prägnant erklären kann.

Absperren mit Stift und Papier

Stift und Papier waren auch bei der nächsten Übung notwendig. Der fließende Verehr bildet eigentlich immer eine Gefahr für die Feuerwehr. Egal ob im Dorf, auf der Ortsverbindungsstraße oder der Autobahn: man muss sich um eine gute Absicherung der Einsatzstelle bemühen, um die Verunfallten und sich selbst zu schützen. Nachdem man die Grundlagen wiederholt hatte, wurde auf verschiedene Situationen eingegangen und die Jugendlichen konnten zeigen, wie sie beim Absperren vorgehen würden. Hier galt es auch an Fahrradwege, Nebenstraßen und ähnliches zu denken. Von Bild zu Bild wurde es kniffliger.

Black Stories – Feuerwehr Edition

Beim beliebten Spiel Black Stories geht es darum, sich abwegige Geschichten zu erklären und deren Hergang herauszufinden. Da man auch in Feuerwehreinsätzen Situationen begegnet, von denen man denken würde, dass sie unmöglich seien, ist das Spiel natürlich prädestiniert, auf das Thema Feuerwehr angepasst zu werden. Egal ob es sich um fliegende Autos oder explodierende Zwiebeln handelte, alle waren mit Feuereifer dabei. Selbstverständlich beließ man es nicht nur beim Ratespaß, sondern überlegte sich auch Möglichkeiten, wie man als Feuerwehr die jeweilige Situationen lösen könnte.

Und wie geht es weiter?

Natürlich freuen sich alle auf das Datum, wenn es wieder in die Praxis geht und hoffen, dass es nicht in allzu ferner Zukunft liegt. Eine Wiederaufnahme der Übungen wird dann unter besonderer Vorsicht und verbunden mit Präventionsmaßnahmen erfolgen. Bis es soweit ist, übt die Jugendfeuerwehr Röthenbach weiter im Digitalen.

 

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